Adjuvante thermale Radiofrequenz Behandlung
Die thermale Radiofrequenzdenervation (RFD) stellt ein etabliertes, minimalinvasives Verfahren zur Behandlung chronischer lumbaler Rückenschmerzen dar, wenn diese auf die Facettengelenke zurückzuführen sind. Am ISSZ wenden wir diese Behandlung regelmässig an, sodass ich Indikation, Voraussetzungen, Durchführung sowie Erfolgsaussichten kurz erläutern möchte.
Indikation – für wen eignet sich die Methode?
RFD wird für Patientinnen und Patienten mit chronischen lumbalen Rückenschmerzen ≥ 3 Monate empfohlen, die auf konservative Massnahmen nicht ausreichend ansprechen und bei denen spezifische Voraussetzungen erfüllt sind.
Es dürfen keine radikulären Symptome oder spezifische Ursachen wie Frakturen, Tumoren oder Infektionen vorliegen. Facettengelenke gelten in bis zu 40 Prozent der Fälle als Schmerzgenerator – klinische Befunde und Bildgebung erlauben jedoch keine zuverlässige Diagnose.
Diagnostik – Medial Branch Blocks (MBB) als Goldstandard
Zur Diagnosesicherung sind diagnostische Medial Branch Blocks (MBB) zwingend erforderlich, welche unter Bildgebung (Fluoroskopie/BV oder CT) und mit geringem Injektionsvolumen (0.5 ml) zur Vermeidung unspezifischer Ausbreitung erfolgen sollten. Ein diagnostischer Block gilt als positiv bei ≥ 50 % Schmerzreduktion, was für die klinische Routine ausreichend ist. Gemäss internationaler Guidelines wird in der Regel eine doppelte Blockade, um falsch-positive Resultate zu minimieren, empfohlen. Für Forschung oder besonders selektive klinische Situationen wird ein Cut-Off von ≥ 80% sowie obligatorische Doppelblockaden gefordert.
Technische Durchführung der thermalen Radiofrequenz
Die Effektivität der RFD hängt wesentlich von einer standardisierten Technik ab. Die Leitlinien empfehlen:
- Thermische Läsionen bei 75–90 °C für 90-120 s
- Verwendung von ≥ 18G-Kanülen mit aktiver Spitze von 10mm
- Mehrere Läsionen pro medial branch zur vollständigen Denervierung
- Obligatorische sensorische und motorische Stimulation zur Positionskontrolle
- Restriktive Sedierung: Diagnostische Blockaden erfolgen ohne Sedation, RFD nur bei Bedarf in leichter, bewusstseinsklarer Sedierung
Wirksamkeit und erwarteter Verlauf
RFD kann bei korrekt ausgewählten Patient*Innen eine relevante Schmerz- und Funktionsverbesserung über 6–12 Monate erreichen, mit Wirkdauern, die in Einzelfällen darüber hinausgehen. Bei erneutem Schmerzrezidiv ist eine Wiederholung zulässig – vorausgesetzt, die erste RFD war erfolgreich.
Nachsorge – RFD ist keine Monotherapie!
Radiofrequenz- Denervation ist keine Monotherapie, sondern sollte als Baustein eines multimodalen Therapieansatzes verstanden werden. Nach der Intervention sollen die durch die Schmerzreduktion mögliche aktive Physiotherapie, Trainingstherapie und edukative Massnahmen konsequent genutzt werden, um Funktionalität, Mobilität und Belastbarkeit zu verbessern.
Sicherheit
RFD gilt insgesamt als sicheres Verfahren mit sehr niedriger Rate schwerwiegender Komplikationen. Häufig sind lediglich vorübergehende lokale Schmerzen oder Dysästhesien.
Seltene Risiken wie Infektionen oder neuropathische Beschwerden können durch konsequente Bildgebung, aseptisches Arbeiten sowie elektrophysiologische Kontrollen minimiert werden.
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