Neuroablative Verfahren kurz erklärt
Durch gezielte Ablation, im Volksmund ‚Verödung‘, von Nerven kann die Schmerzweiterleitung aus einer Körperregion an das zentrale Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) langfristig unterbrochen werden. Voraussetzung hierfür sind einerseits zwei positive diagnostische Blockaden (=vorgängige Test-Infiltrationen mit Lokalanästhetika) als Nachweis der Wirksamkeit einer Behandlung der Nerven an dieser Stelle und andererseits darf und sollte man nur Nerven veröden, welche keine wichtigen motorischen Funktionen vermitteln. Kurz: Grosse Nerven, die Wahrnehmungen und Bewegung vermitteln, sollten nicht verödet werden. Infolgedessen kommen diese Verfahren nicht überall am Körper und immer nur nach sorgfältiger gemeinsamer Besprechung mit den Patient*Innen zur Anwendung.
Die Nervenablationen/-verödungen sind vom Vorgang sehr ähnlich den Testblockaden, unwesentlich länger und alle gut ambulant in unserer Praxis durchführbar. Falls gewünscht bieten wir auch einen leichten Dämmerschlaf zur Beruhigung (Sedation) an. Zunächst erfolgen eine genaue Lokalisation der Nerven mittels Ultraschall und/oder Röntgen, Sicherheitsmessungen und eine vollständige lokale Betäubung. Zur Nervenablation stehen technisch verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung:
- Die Verödung durch gezielte Hitze = Thermoablation. Die thermale Radiofrequenz-Ablation ist unser Standardverfahren für bspw. chronische facettogene, degenerative Rückenschmerzen.
- Die Verödung durch gezielte Kälte = Cryoablation. In Einzelfällen kann dies eine gute, schonendere Alternative zur Thermoablation sein, führt häufig aber nicht zu einer vollständigen Verödung und hält teils auch weniger lang an. Wir führen diese Behandlung in unserer Partnerpraxis in Zürich durch.
- Die Verödung durch hochkonzentrierten Alkohol = Chemoneurolyse. Durch gezielte Injektion von 95% Ethanol kommt es zur einer dauerhaften Blockade der Nervenfunktion. Dieses Verfahren eignet sich insbesondere für feine Nervengeflechte, z.B. am Knie oder der Hüfte.
Chemoneurolyse am Knie und Hüfte. Die Gelenkskapseln von Knie und Hüfte werden jeweils von vielen feinen Endästen von mehreren Nerven sensibel versorgt: den Nervi geniculares und der perikapsulären Nervengruppe (PENG). An definierten Orten können diese unter Ultraschallkontrolle gut betäubt und allenfalls durch Chemoneurolyse auch permanent durchtrennt werden. Die Muskelkraft und Funktion bleibt davon unbeeinträchtigt. Da das behandelte Gelenk dann zwar nicht mehr schmerzt, aber weiterhin gereizt oder verschliessen ist, ist eine enge Abstimmung mit den orthopädischen und physiotherapeutischen Kolleg*Innen zur Entwicklung eines Gesamtkonzeptes wichtig. Grundsätzlich ist diese Methode sowohl vor als auch nach allfällig notwendigen Operationen sicher anwendbar und wirksam.
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